Ich wurde immer wieder von Lesern meiner Seiten gebeten ihnen doch Ratschläge zu geben was beim Kauf eines gebrachten Jeep´s so zu beachten sei. Deshalb habe ich mich entschloßen eine kleine Kaufberatung hier einzufügen.
Einen CJ im Originalzustand wird
man in Deutschland wohl sehr schwer auftreiben können. Deshalb
gilt, nicht nur für den CJ: Sind alle Änderungen auch in den
Fahrzeugpapieren eingetragen? Ist dies nicht der Fall, kann es spätestens
beim nächsten TÜV-Termin Probleme geben. Das das Fahrzeug evtl.
mit neuer Plakette verkauft wird muß nicht bedeuten, daß auch
alles eingetragen ist.
Da sind wir auch schon beim Thema Veränderungen.
Der größte Motor, der werksmäßig in einem CJ eingebaut war
ist der 8 Zylinder mit 4980ccm und 150 PS, beim Wrangler der 6
Zylinder 4.0 HO mit rund 180 PS. Alle stärkeren Motoren waren
nie serienmäßig vorhanden und die restliche Technik (Getriebe,
Kardanwellen, Differentiale, Steckachsen und Antriebsgelenke) könnte
damit Probleme haben. (Ich
selber habe z.B. nach meinem Umbau auf den Chevy 5,7 ltr. das
originale T 4 Getriebe ein halbes Jahr später zerfetzt. Bis zum
letzten Umbau hatte ich einen erhöten Verschleiß der
Kreuzgelenke der Kardanwellen zu beklagen.)
Wie gut ein Umbau gemacht
wurde zeigt sich normalerweise bei einer Probefahrt. Hier ist
besonders auf abnormale Geräusche und Vibrationen zu achten.
Auch zu große Reifen beanspruchen Achsen und Lenkung. Vorsicht
deshalb bei der Probefahrt: Ein extrem umgebauter Jeep ist vom
Fahrverhalten "gewöhnungsbedürftig" und nicht mit
einem "normalen" PKW zu vergleichen. Also langsam
angehen lassen.
Ansonsten kann man von der Technik nichts negatives sagen. In
einem Geländewagen- magazin war vor kurzem eine Kaufberatung in
der beschrieben war, daß Anlasser, Lichtmaschine, Wasserpumpe
und -Kühler nicht allzulange halten würden. Dies kann ich weder
bestätigen noch dementieren da ich einen Chevy-Motor drin habe
aber ich denke, daß diese Teile auch nicht kürzer leben als
jene von "normalen" Fahrzeugen in dem Alter.
Der größte Feind aller CJ´s ist aber der Rost. Das kommt daher, daß der jüngste CJ imerhin auch schon 13 Jahre (Produktionsstop 1986) alt und die Rostvorsorge ab Werk sowieso besch...eiden war. So findet man z.B. unter den Scharnieren der Türen und Haube das blanke Blech (wenns nicht schon der Rost gefressen hat). Auch wurden die Schweißnähte und Karosseriefalze nicht versiegelt wie später beim Wrangler. Es dürfte heute wohl kaum einen CJ geben der nicht schon einmal irgendwo geschweißt werden mußte. Die Sorgfalt mit der dabei vorgegangen wurde entscheidet darüber wie lange es geht bis der Rost wieder durchkommt.
Ich würde nur Leuten, die selber
Schrauben oder das nötige Kleingeld besitzen zum Kauf eines CJ´s
raten. Wer wenig von der Materie versteht ist mit einem Wrangler,
möglichst im Originalzustand besser bedient.
Bei der Wahl des Motors gilt: Mit 8 Zylinder im CJ bzw. 4.0 HO im
Wrangler hat man erst den richtigen Fahrspaß, aber natürlich
auch die höheren Kosten. Dies sollte jeder für sich selber
durchrechnen.
Zur Steuer sei gesagt: Kaum ein Finanzamt erkennt eine LKW-Zulassung
noch an. Am besten vorher mit dem zuständigen Finanzamt abklären.
Auch wenn ein G-Kat eingetra- gen ist kann es sein, daß es bei
der Steuer nichts bringt wenn nicht die passende Schlüsselnummer eingetragen ist.
Zum Verbrauch: Theoretisch braucht ein 8 Zylinder etwas mehr
Benzin als ein 6 er. Das kommt aber vor allem auf die Fahrweise
an.
Wie zufrieden die meisten CJ- Besitzer mit ihren Fahrzeugen sind zeigt sich darin das laut einer Umfrage eines Geländewagenmagazins 86,5% wieder einen CJ kaufen würden, 27,2% davon dann aber einen V8.
©1999 Hansjürgen Bucher